Amt Bocholt (historisch)
Historische Hierarchie
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Einleitung
In der Zeit der Stadtwerdung von Bocholt und Borken scheint vom Vest oder "Amt auf dem Brahm" an der "Rheder Brücke" (Rhedebrügge) das Amt Bocholt (historisch) abgetrennt worden zu sein.
Das Gebiet des Vestes oder "Amtes auf dem Brahm" umfaßte noch 1380 unter anderem die Gerichte von Borken, (Lip-)Ramsdorf, Homborn, Stadtlohn und Gescher ausdrücklich als "up desser syt der Rederbruggen (zwischen Rhede und Borken)" liegend.
Das Amt Bocholt (historisch) umfaßte dann tatsächlich auch nur die Kirchspiele Bocholt, Dingden und Rhede. Das Stadt Bocholter Stadt- und Landgericht umfaßte die Grenzen dieser Kirchspiele. Im Kirchspiel Rhede_(Kreis_Borken) lag die Freiheit Krechting.
Amtsverwaltung
Hochstift Münsterische Beamte
und Gerichte auf dem Lande
Drosten
- 1265 war Johann von Döring bischöflicher Amtmann zu Bocholt und Borken.
- 1452 (Okt.) Gerd Berntfeld, Amtmann von Bocholt
- 1509 Rotger van Diepenbroick, Amtmann von Bocholt
- 1575 Gerd von Welveldt, Droste zu Bocholt, Haus Diepenbrock
- 1738 Carl Anton Freyherr von Galen, Herrn zur Assen und Hundlinghof, ihro Churfürst Durchlaucht zu Collen geheimbten und Kriegsraht, auch Droste deß Ambts Bocholt.
- 1772 Freiherr von Graes zu Loburg bzw. Diepenbrock, Drost zu Bocholt
- 1776 / 1790 Herr Carl Fridrich von Elverfeld zu Wering, Amtsdroste
- 1790 Amtmann Diepenbrock
- 1802 Herr Carl Fridrich von Elverfeld zu Werries, Amtsdroste
- 1802 Friedrich Clemens von Elverfeld zu Werries, Adj. des Amtsdrosten
Amtsrentmeister
- 1776 Herr Franz Jacob Maerle, Amtsrenthmeister und Amtmann zu Werth
- 1802 Jos. von Raesfeld
Gerichte
In Bocholt
Gericht zu Dingden
Stadt und Herrschaft Werth
Jäger und Förster des Fürstbistums
- Fritz Fincke, Amtsjäger (1776)
- Johann Georg Broos, Adjunct. (1776)
Führer
Verzeichnüß deren fürstlichen Jägeren so in partem salarii im Amt Bochold Führerschaften bekleiden:
- (um 1790) Henrich Reinard Hellmer führer Dingden
- Quelle: NW Staatsarchiv Münster, FSTM-Ms, Kab. Reg Bd. 4 Nr. 190
Bevölkerung
Wohlfahrtspflege
Arzt
- 1766-1767,1779 Ernennung und Besoldung des Dr. med. J. Duesberg als Amtsmedikus
- 1796 Amtsphysicus Anton Reygers
Apotheke
Bis zur Mitte des 19. Jahrhundert wurden Arzneimittel, nicht zuletzt wegen der mangelhaften Versorgungslage und Preisgestaltung, nicht nur von Apothekern, sondern auch von Materialisten und Spezereiwarenkrämern verkauft. Angeboten wurden dabei nicht nur Simplizien als unvermischte und einfache natürliche Mittel, sondern auch freie Kompositionen mineralischen, pflanzlichen und tierischen Ursprungs. Bestehende Monopole der Apotheker waren in der Praxis aus unterschiedlichen Gründen nicht immer durchsetzbar.
- Bocholt: 1762 Genehmigung für Gerhard Anton Reygers zur Weiterführung der Apotheke seines Schwiegervaters Johann Gerhard Thuysing zu Bocholt; 1792 Zulassung des Christoph Reygers als Provisor
- Bocholt: 1764, 1791,1799, 1803 Privileg Apotheker Reigers zu Bocholt.
- Bocholt: 1802 Gesuch des Dr. med. Tangerding, Arzt zu Bocholt, um ein Privileg für die Errichtung einer 2. Apotheke
- Bocholt 1803 Errichtung einer 2. Apotheke zu Bocholt durch den Amtsphysicus Rave.
- Bocholt 1804-1806 Gesuch des Amtsphysicus Rave zu Bocholt wegen Zahlung von Gebühren für die Untersuchung von Vieh.
- Rhede (Kreis Borken) 1807 Gesuch des J. Wilhelmi zu Anholt um Erlaubnis für Anlage einer Apotheke zu Rhede.
Historische Gerichtsbezirke
Ursprünglichere Verwaltungsstrukturen des historischen Reichsgebietes bildeten vor der Einrichtung der Amtsbezirke die Bannereien und Gerichtsbezirke, so auch im Westmünsterland. Das Westmümsterland lag in am Rande des Einflußbereiches der 4 Erbbannereien der Bannerherren der allodialen Grafschaft Zutphen. Die heutigen Landesgrenzen überschreitend die Wirkungsbereiche der lokalen Archidiakonate und Gerichtsbezirke. Die kirchlichen Gerichte (Sengerichte) sollen hier zunächst außer Betracht bleiben.
Marken- und Holzgerichte
Die Laufzeiten der erhaltenen Protokolle beginnen im ausgehenden Mittelalter und reichen bis zur Auflösung der lokalen Marken im 19. Jahrhundert. Durch Streuung der Kopien in den Archiven beteiligter Erbexen sind die Vorgänge über die Jahrhunderte hinweg eigentlich recht gut rekonstruierbar und bilden damit eine interessante Quelle für die Heimat und Familienforschung, welche inhaltlich und zeitlich weit über die Kirchenbücher hinausragt. Ihr Reiz erhöht sich durch die Möglichkeit der Vernetzung mit anderen Quellen.
Gogericht
- 1. das fürstliche Stadt- und Landgericht Bocholt.
- 2. Ist zu bemerken: das fürstliche Gericht der Herrlichkeit Werth, welches von dem Amts-Rentmeister zu Bocholt verwaltet wurde.
Gogericht Bocholt mit den Kirchspielen Bocholt , Rhede, Dingden, Brünen, Bredenahle / Anholt und der Bauerschaft Suderwick im Kspl. Dinxperlo, war im Besitz der Familie von Dingden.
Gerichtsarchive im Amt Bocholt (historisch)
- Staatsarchiv Münster (STAM), Bestanmd Fürstbistum Münster, Gerichte, darin: Stadt- und Landgericht Bocholt.
Freiheit Krechting
Teil des Kirchspiels Rede war die Freiheit Krechting, höchstwahrscheinlich ein ehemaliges Burglehen des Hauses Raesfeld.
Vereidigung eines Richters
1790 Dezember 9. Bocholt. Protokoll des Amtmannes Diepenbrock über die Beeidigung des Herrn Philip Bispinek, Doktor beider Rechten, als Richter des Stadt- und Landgerichts zu Bocholt.
- Orig,, Papier, 1 Doppelblatt mit Einlage.
- Rückseite Blatt 2: Protocollum über die Beeidigung des hiesigen Richters Bispinik.
- Einlage: Daß mit der Substituierte Richter zu Ahausen, als itzo von Sr. Kurfürstl. Durchlaucht zu Bochold angesetzter Richter Philip Bispinek meine beamtliche jure als droste um ihm in eidt und pflichten zu nehmen mit vierzehn Rthlr. sage 14 Rthlr. bezahlt hat empfange hiermit Münster, den 21. Dezember 1790. gez. Elverfeld zu Wering, Amtsdroste zu Bocholt. Dießes muß zur Nachricht in das Amtsarchiv zu Bocholt eingelegt werden wie auch darinnen zu notiren wie gebräuchlich um seine nachkömlinge keine projudicum zu wachsen zu lassen.
Maße und Gewichte
Bocholter Maß
- 1848 Stadt Bocholter Malt, Geltungsgebiet: Gemeinden, Stadt und Kirchspiel Bocholt, Liedern, Rhede (vormaliges Amt Bocholt) und vom Kirchspiel Dingden die Bauerschaft Lankern (Siehe unter Bocholt (Kreis Borken).
Provinzialrecht
Kirchspiele im Amt Bocholt (historisch)
Bocholt (Kreis Borken), Dingden, Rhede
Kirchspiele und ihre Bauerschaften
Politischer Aufbau des Amtes Bocholt bis 1803
Zum Amt Bocholt (historisch) gehörten 3 Pfarreien bzw. Kirchspiele, denn die Pfarreien bildeten, von unserem Standpunkt aus gesehen, eine kommunalpolitische Einheit: das Kirchspiel.
Das Amt Bocholt bestand aus folgenden Kirchspielen und Bauerschaften:
1. Kirchspiel Bocholt (Kreis Borken) mit der Stadt und den Bauerschaften Barlo, Biemenhorst, Hemden, Herzebocholt, Holtwick, Liedern, Lowick, Mussum, Spork, Stenern und Suderwick
2. Kirchspiel Dingden mit den Bauerschaften Dorf, Berg und Lankern,
3. Kirchspiel Rhede mit den Bauerschaften Dorf, Altrhede, Büngern, Crommert und Vardingholt
4. Freiheit Krechting
Kirchliche Einteilung
Archidiakonate
Das ältere Archidiakonat Bocholt gehörte ursprünglich zu den Einküften des Domdechanten. Es umfaßte neben Bocholt auch Dinxperlo, Brodenahle (Anholt), Ramestorpe (Ramsdorf), Velen, Reken und Schermbeck. Damit gehörte es um 1230 zu den Pfründen des Domkapitulars Johan Werence. Dieser legte die Grundlagen für die strukturelle Neuorganisation im Westmünsterland. Ihm gelang, mit Billigung des Papstes, die Verschmelzung der Archidiakonate „auf dem Braam“ und Bocholt zum neuen Archidiakonat Winterswijk, was zur erheblichen Verbesserung seiner Einkünfte führte.
Ein Register sämtlicher Urkunden und Akten des Archidiakonats des Domdechanten befindet sich in den Beständen des Generalvikariats zu Münster unter Dülmen, Pfarrkirche St. Victor.
Datenerfassung von Kirchenbüchern
Archiv
- Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (bis 2008 Staatsarchiv Münster), Fürstbistum Münster, Amt Bocholt (Findbuch A 83 II) [1]
- Historisches Amt Bocholt: Protokolle, Register, Jagd, Landtag (16.-18. Jhdt.) im Archiv Darfeld, Bestand Mengede
- Fürstl. Salm-Salm`sches und Fürstlich Salm-Horstmar`sches gemeinschaftliches Archiv zu Isselburg, Bestand C, Münsterisches Amt Bocholt, 7 Kartons, Akten 16. bis 19. Jhdt.
- Archiv Assen (Gemeinde Lippetal)/ Bestand: L Landessachen des Hochstifts Münster
- Darin: Amt Bocholt (1716-1773).
- Findbuch P 11/14
- Darin: Amt Bocholt (1716-1773).
Erbrecht
Über die Ämter und Gerichtsbezirke des Westmünsterlandes hinaus galt zutphensches Erbrecht, auch bei Erblehen. Zutphensches Recht beinhaltete die Möglichkeit der weiblichen Erbfolge (Kunkellehen), welche im Dienstmanns- oder Burglehen als Mannlehen ausgeschlossen war. Zutphensches Recht wurde angewandt im Lehnsrecht der Grafschaften Geldern (mit den Herrschafften Zutphen und Arnheim) und Kleve, im Bereich der 4 zutphenschen Bannerherrschaften, im Westmünsterland, Stevergau und im Hettergau um Rees / Wesel, Duisburg, Dinslaken, Kaiserswerth, Xanten, Kalkar und im Vest Recklinghausen.
Bei einer Untersuchung von 150 Bauernhöfen im Amt Ahaus - Kirchspiel Lippramsdorf, im Amt Dülmen - Kirchspiel Haltern und Vest Recklinghausen - Kirchspiel Hamm - Bossendorf, wurde im Herrschaftsbereich der freiadeligen Häuser Ostendorf und Hamm für die Zeit von 1628 bis 1800, und darüber hinaus, im Regelfall die Anwendung des zutphenschen Rechts im Erbfall bei leibeigenen Hofhörigen eingehalten. Dies traf auch bei legalisierten Vorkindern zu.
Geschichte
Besitzwechsel
- 1802 nehmen die Fürsten von Salm-Salm und von Salm-Kyrburg in gemeinschaftlichen Besitz den größten Teil der vormals hochstift-münsterschen Ämter Ahaus und Bocholt so wie die Herrschaft Werth Werth als Herrschaft Ahaus – Bocholt und Werth.
Weiterführende Internetlinks
Der westliche Teil des sogenannten Hamalandes reicht bis zur Ijssel.
Volledige inhoudsopgave van de Graafschap in de Middeleeuwen Achterhoek en Liemers
Weitere:
Centraal Bureau voor Genealogie CBG,Familie Wapens
Webgeschichte: http://www.his-data.de/territor/d/reich1/kreise/westfalen/muenster,bt/ahaus/ahaus,amt,rahmen.htm
Geschichtsportal Westfalen: http://www.westfaelische-geschichte.de
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